|
Rechtsunsicherheit:
Immer häufiger machen Fanconi-Anämie-
Familien bzw. erwachsene Patienten in Deutschland, die sich zusammen
mit ihren Ärzten zu einem Behandlungsversuch mit Androgenen entschliessen,
die Erfahrung, dass sich Krankenkassen anfangs schwer tun, die Kosten
für die Behandlung zu übernehmen. Sie verweisen darauf,
dass keiner der früher noch in Deutschland Androgene produzierenden
Pharmakonzerne wie zum Beispiel Grünenthal, Schering, Sanofi
Aventis oder Ratiopharm die erforderlichen Zulassungen neu beantragt
hat. Folglich sind jahrzehntelang bewährte Medikamente aus den
deutschen Apothekerregalen verschwunden und müssen daher aufwendig
über internationale Apotheken importiert werden.
Bei betroffenen Familien, behandelnden Ärzten und Krankenkassen
(und selbst den medizinischen Diensten) hat dies zu einer großen
Verwirrung und Rechtsunsicherheit geführt. Verstärkt wird
die allgemeine Skepsis und Ablehnung durch die gesetzlichen Neuregelungen
"zur Verbesserung der Bekämpfung des Dopings im Sport"
vom 24. Oktober 2007 (BGBl
. I S. 2510). "Jetzt sind die Medikamente, die unsere Kinder
so dringend brauchen, endgültig verboten", bekommt man bisweilen
von erschrockenen Fanconi-Anämie-Eltern am Telefon zu hören.
Dabei heisst es im neuen Gesetz ganz eindeutig, dass mit der verschärften
Neufassung vor allem "kriminelle Dopingnetzwerke und der gewerbsmäßige
Dopinghandel" bekämpft werden sollen. Nur wer mit Androgenen
zu Dopingzwecken, die offensichtlich über den Eigenbedarf hinausgehen,
erwischt wird, kann bestraft werden. Ein weiteres wichtiges Anliegen
des neuen Gesetzes ist eine Verpflichtung zur Aufnahme eines besonderen
Warnhinweises in den Medikamentenbescheibungen, in dem auf die strafrechtliche
Verfolgung bei gewerbsmäßigem Einsatz zu Dopingzwecken
und das arzneimittelrechtliche Dopingverbot hingewiesen werden muss.
Patienten, die auf Androgene als lebenserhaltende Medikamente dringend
angewiesen sind, bleiben von diesen Neuregelungen natürlich ausgenommen.
Die HAE-Vereinigung e.V., die in Deutschland ca. 700 Patienten mit
dem ebenfalls sehr seltenen "hereditären Angioödem"
(HAE) betreut, gibt auf Ihrer Homepage wertvolle Hinweise zur Rezeptierung
des auch bei HAE als Medikament eingesetzten Androgenpräparates
Danazol. Eine Abschrift der wichtigen Inhalte dieser Seite finden
Sie rechts.
|

(Fotomontage
Dt. Fanconi-Anämie-Hilfe e.V.)
Gesetzliche Neuregelung am 24.10.2007 in Berlin "Gesetz zur
Verbesserung der Bekämpfung des Dopings im Sport
Auszug aus einer Website der
HAE-Vereinigung e.V.
zur Danazol Rezeptierung:
Seit die Produktion von Danazol in Deutschland eingestellt wurde,
gab und gibt es immer wieder Probleme mit dem Verschreiben des
Mittels über die Auslandskrankenkasse, aber auch mit der Kostenübernahme
durch die Krankenkassen. Ein betroffener Patient hat sich sehr
intensiv schriftlich mit den Behörden, unter anderem mit der Beauftragen
der Bundesregierung für Belange der Patientinnen und Patienten,
Frau Helga Kühn-Mengel, und der Firma Sanofi Aventis auseinander
gesetzt. Wir möchten Ihnen hier das Ergebnis mitteilen. Die Antwort
der Firma Sanofi Aventis, warum die Krankenkassen die Kosten des
Medikamentes übernehmen müssen, lautet wie folgt:
"Innerhalb des Wirtschaftraumes der Europäischen Union gelten
keine Handelsbeschränkungen. Dies gilt auch für Arzneimittel.
Insofern dürfen nach § 73 Abs. 3 des Arzneimittelgesetzes Arzneimittel,
die nicht in der Bundesrepublik Deutschland zugelassen sind, importiert
werden, wenn
* sie im Herkunftsland vertrieben werden dürfen
* sie von Apotheken bestellt werden
* eine ärztliche Verschreibung vorliegt."
Auf Danazol treffen alle genannten Punkte zu, so dass sowohl dem
Import des benötigten Arzneimittels als auch seiner Erstattung
durch Ihre Krankenversicherung nichts im Wege stehen sollte. Da
Sanofi Aventis bis auf Weiteres keine erneute Vermarktung des
Produkts in Deutschland plant, möchten wir Ihnen raten, Ihren
behandelnden Arzt und Ihre Krankenversicherung über die gesetzliche
Möglichkeit des Einzelimports von Arzneimitteln zu informieren.
Ihre Versicherung sollte der Erstattung zustimmen. Bitte versuchen
Sie, gerne unter Bezugnahme auf die obige Stellungnahme, Danatrol
aus dem Ausland zu erhalten und auch die Erstattung von Ihrer
Krankenkasse zu bekommen.
Link: http://www.angiooedem.de/
|