Fanconi-Anämie-Familientreffen
mit Jahresmitgliederversammlung
vom 04.11. bis
07.11.1999
in der Jugendherberge Gersfeld/Rhön
Statt einer Zusammenfassung der wichtigsten
Höhepunkte des FA-Familien- und Wissenschaftlertreffens 1999 können
Sie nachfolgend einmal das komplette Programm nachlesen, das wie in
jedem Jahr mit der Einladung verschickt wurde. Auf diese Weise kann
jeder Interessierte selbst beurteilen, inwieweit auch für ihn die
Teilnahme an einem derartigen Treffen in Frage käme.
Programm
Donnerstag,
4.11.1999
Anreise der ersten
Teilnehmer: Die Ankunft bereits am Donnerstag nachmittag oder abend
empfiehlt sich besonders für solche Familien und einzelne Betroffene,
die zum ersten Mal an einem FA-Familientreffen teilnehmen. Aber auch für
all diejenigen, denen es in den vergangenen Jahren wegen der vor allem
ab samstags dicht gedrängten Wissenschaftlervorträge an ausreichend Zeit
für persönliche Gespräche gemangelt hat.
17.30 Uhr Begrüßung durch Frau Förster,
Leiterin der Jugendherberge / Zimmerverteilung
18.00 Uhr
gemeinsames Abendessen
19.00 Uhr (JH) erste Vorstellungsrunde ( auch einfach nur Zuhören ist
erlaubt!!!): Vorstellung mit Namen, wo wir wohnen, wie viele Kinder
wir haben, was wir beruflich machen, seit wann wir von der Krankheit
wissen, ob wir zum ersten oder schon zum wiederholten Male zu einem
FA-Familientreffen kommen, welche Fragen wir gerne den Ärzten, Wissenschaftlern
oder auch anderen Familien stellen würden, welche Hoffnungen oder guten
Erfahrungen wir trotz der Krankheit haben, ob wir eher zu Menschen gehören,
die über Kummer reden möchten, oder denen es persönlich besser geht,
wenn sie nicht allzuoft an ihre Ängste erinnert werden.
21.30 Uhr Gemütliches Beisammensein - Zeit
zum näheren Kennenlernen und für Einzelgespräche
bis 23 Uhr Anreise
weiterer Teilnehmer, Zimmerverteilung
Freitag,
05.11.1999
8.00 Uhr gemeinsames
Frühstück
9.00 Uhr (JH) Ralf Dietrich, Geschäftsführer der Dt.
Fanconi-Anämie-Hilfe: 1.) "It will work" ("Es wird funktionieren")
Videointerviews mit verschiedenen amerikanischen FA-Gentherapeuten; 2.)
"Meinst Du wirklich, ich könnte jetzt einfach mal hier in das Kissen
schreien?" Videogespräche in den USA mit vier Mädchen im Alter zwischen
8 und 12 Jahren über ihre Gefühle, Gedanken und Ängste als
FA-Betroffene. (Die Beiträge werden ins Deutsche übersetzt.)
10.00
Uhr kurze Pause und anschließend Diskussion
10.30 Uhr (JH) Priv.
Doz. Dr. Heidemarie Neitzel, Charité, Virchow-Klinikum,
Humboldt-Universität Berlin, Institut für Humangenetik, Abteilung
Chromosomen-diagnostik: gemeinsame Gesprächsrunde "Diagnostik bei der
Fanconi-Anämie - grundsätzliche Unterscheidungen" a) Diagnostik nach der
Geburt - postnatal (Erstdiagnose - Grad an Genauigkeit von
Chromosomenbruchanalyse, Durchflußzytometrie und DNA-Analyse; weitere
diagnostische Maßnahmen - z.B. Chromosomenanalyse aus Knochenmark mit
regelmäßigen Verlaufskontrollen); b) Chorionzottenbiopsie, Amniozentese
und Nabelvenenpunktion als vorgeburtliche - pränatale - Diagnosemethoden
(Wichtige Fragen: Gibt es bereits Hinweise auf die FA-Untergruppe und
Mutationen in der Familie? Findet die Untersuchung z. B. in der 11. oder
der 22. Schwangerschaftswoche statt? Wie sicher und aussagekräftig sind
die Methoden?) - Diskussion.
12.30 Uhr gemeinsames Mittagessen
13.30 Uhr Fußweg zum Bürgersaal der Stadthalle Gersfeld
14.00
Uhr Bürgersaal (BS) Joachim Schulz, Geschäftsführer des amerikanischen
Fanconi Anemia Research Fund, Inc., Eugene, Oregon: "Gezielte
Spendenaufrufe in den USA zur Förderung von
Fanconi-Anämie-Forschungsprojekten weltweit - Erfolgsbilanz und weitere
Strategien" - anschließend Diskussion; (Der amerikanische
Betroffenenverband hat seit 1989 mit umgerechnet 10 Millionen Mark mehr
als 20 verschiedene FA-Forschungsinstitute unterstützt. Joachim Schulz
hält seinen Vortrag in deutscher Sprache.)
14.45 Uhr kurze Pause
15.00 Uhr (BS) "Grenzfragen der modernen Blutwertemessung".
Dokumentation von Vergleichsmessungen bei Fanconi-Anämie-Patienten mit
niedrigen und extrem niedrigen Thrombozytenwerten. (Zum Einsatz für
diese in Zusammenarbeit mit der Deutschen Fanconi-Anämie-Hilfe
durchgeführten Untersuchungen kamen verschiedene Meßgeräte der Firma
Beckman Coulter, die uns den Namen des vortragenden Referenten noch
mitteilen wird.) 15.45 Uhr Fußweg zurück zur Jugendherberge
16.00
Uhr gemeinsames Kaffeetrinken (um Kuchenspenden wird gebeten) 17.00 Uhr
(JH) Michael Schmidt, Vorstandsmitglied der Dt. Fanconi-Anämie-Hilfe:
"Spendenaktionen in Deutschland zur Unterstützung der FA-Forschung
-Beispiele, Tips, Ideenbörse" (Im Jahr 1999 waren die Spendeneinnahmen
leider insgesamt rückläufig, so daß wir dringend die aktive
Unterstützung von noch zusätzlichen FA-Familien benötigen! Konkret
geplant werden soll unter anderem eine "Büroklammerspendenkette" vor
Weihnachten, die von FA-Familien im Verbund gleich mehrerer Städte mit
Unterstützung von Vorstand und Geschäftsführung gemeinsam durchgeführt
werden soll, außerdem möglichst viele weitere Einzelaktionen vor Ort.)
18.00 Uhr gemeinsames Abendessen
18.45 Uhr Fußweg zum Bürgersaal
19.00 Uhr (BS) "Mit Folkrock Zeichen setzen" - die "Entertaining
Folk Rock Band Lonewolf" unterhält Sie mit 90 Minuten Musikgenuß pur.
Die Mitglieder der Gruppe (Dennis Plöger, Nico Paasch, Manuel Deinert
und Alexander Feuring) haben es sich zur Aufgabe gemacht, in Deutschland
neben der guten Musik, die sie anbieten, auch verstärkt auf die
Krankheit Fanconi-Anämie hinzuweisen sowie mit ihren Konzerten
zusätzlich Geld für die Forschung zu sammeln. (Je nach Lust und Laune
darf getanzt werden.)
20.30 Uhr kurze Pause und Zeit für den Umbau
20.45 Uhr (BS) OA Dr. med. Wolfram Ebell, Humboldt-Universität
Berlin, Virchow-Klinikum, Kinderklinik (Onkologie/Hämatologie): "Fragen
und Antworten zur Behandlung von Fanconi-Anämie im Alltag". (Ende offen
- Dr. Ebell wird direkt von einer Ärztekonferenz anreisen, die erst am
späten Nachmittag in Mühlheim/Ruhr zu Ende geht. Trotz der relativ
späten Ankunft wird er sich im weiteren Verlauf des Abends deutlich mehr
Zeit als in den letzten Jahren nehmen können, um in der Gruppe und
anschließend noch im kleinen Kreis mit Eltern und Betroffenen ganz
allgemeine aber auch vordringliche Fragen zu diskutieren. Dr. Ebell wird
bis Sonntag mittag in Gersfeld bleiben.)
Samstag,
06.11.1999
8.15 Uhr gemeinsames
Frühstück [während des Frühstücks Terminabsprache mit Frau Dr. med.
Kwee, Freie Universität Amsterdam; Frau Dr. Kwee bittet die Familien um
Teilnahme an einer Studie zur Fragestellung "Café-au-Lait-Flecken
(braune Pigmentanomalien an der Hautoberfläche) bei Fanconi-Anämie";
Frau Dr. Kwee möchte sich möglichst viele Patienten (FA-Kinder wie auch
an FA erkrankte Erwachsene im Verlauf des Samstags oder des Sonntag
vormittag in einem separaten Raum einzeln anschauen (Dauer jeweils nur
wenige Minuten), um ihre Beobachtungen später dokumentieren zu können.
Die Eltern dürfen während der Untersuchung ihrer Kinder natürlich dabei
sein.]
9.15 Uhr Fußweg zum Bürgersaal
9.30 Uhr (BS) Dr. med.
Johannes Rischewski, Universitäts-Kinderklinik Hamburg- Eppendorf
(Hämatologie/Onkologie): "Haben Kinder, die ohne Fanconi-Anämie an
akuter myeloischer Leukämie (AML) erkranken, Veränderungen der
Fanconi-Anämie-Gene?" (Erste Ergebnisse eines Mutationsscreenings in den
Fanconi-Anämie-Genen A, C und G bei Kindern mit hämatologischen
bösartigen Erkrankungen)"
10.00 Uhr Diskussion
10.15 Uhr kurze
Pause
10.30 Uhr (BS) Dr. rer. nat. Ilja Demuth, PD Dr rer. nat.
Martin Digweed, beide Institut für Humangenetik, Charité - Campus
Virchow-Klinikum, Humboldt-Universität zu Berlin: "Erfolgreiche
Lokalisation des Fanconi-Anämie-E-Gens auf Chromosom 6 p"; Bei 3
FA-Familien, die bereits im Rahmen der Amsterdamer
Komplementationsanalysen (Dr. Joenje und Mitarbeiter) zur Untergruppe
FA-E zugeordnet werden konnten, versuchten Dr. Demuth und Dr. Digweed
durch die Verfolgung von etwa 300 genetischen Markern (besonderen
Merkmalen im Gen), die Vererbung bestimmter Marker mit der Vererbung der
Krankheit zu korrelieren. Die einzigen Marker, die sich letztendlich bei
allen 3 Familien erfolgreich in Übereinstimmung bringen ließen, waren
genetische Veränderungen auf dem kurzen Arm des Chromosoms
6.
11.15 Uhr kurze
Pause
11.30 Uhr (BS) OA Dr. med. Wolfram Ebell, Humboldt-Universität
Berlin, Charité, Virchow-Klinikum, Kinderklinik (Onkologie/Hämatologie):
1.) Bericht über die Deutsch-Österreichische Fanconi-Anämie-Studie; 2.)
Einfrieren von Knochenmark bei Fanconi-Anämie-Patienten als
Stammzellreserve - grundsätzliche Überlegungen und Erfahrungen;
12.15 Uhr Diskussion
12.30 Uhr Fußweg zurück zur Jugendherberge
12.45 Uhr gemeinsames Mittagessen
13.30 Uhr Zeit zum Ausruhen,
für Einzelgespräche und zum Spaziergehen 14.15 Uhr vorgezogenes
Kaffeetrinken und Fußweg zum Bürgersaal
15.00 Uhr (BS) Dr. med.
Helmut Hanenberg, Universitätskinderklinik Düsseldorf, PD Dr. med.
Detlev Schindler, Universität Würzburg, Institut für Humangenetik, "Neue
und schnelle Wege der Komplementationsgruppenbestimmung bei der
Fanconi-Anämie".
15.30 Uhr Fragen und Antworten zu den Ausführungen
von Dr. Hanenberg und Dr. Schindler; Informationen zur Teilnahme an den
Untersuchungen; 15.45 Uhr (BS) PD Dr. rer. nat. Hans Joenje, Freie
Universität Amsterdam, Institut für Humangenetik: "Geschichtlicher
Rückblick und aktuelle Entwicklungen bei der Diagnose der
Fanconi-Anämie"; 1.) Der Stand des Wissens zu den FA-Genen bis 1992; 2.)
Über die maßgebliche Rolle der Komplementationsanalyse in den darauf
folgenden Jahren; 3.) Die Identifizierung neuer FA-Gene; 4.) Mosaizismus
bei der Fanconi-Anämie; 5.) Neue Fragen und Strategien für die weitere
FA-Forschung; 6.) Gegenwärtiger und zukünftiger Nutzen biomedizinischer
Wissenschaft für FA-Patienten und Familien; 7.) Gemeinsame und
unterschiedliche Ziele von Diagnostik und Forschung;
16.15 Uhr
Diskussion und kurze Pause
16.30 Uhr (BS) Quinten Waisfisz,
Doktorand der Biologie, Freie Universität Amsterdam, Institut für
Humangenetik: "Ein neuer Mechanismus für Mosaizismus bei der
Fanconi-Anämie";
17.00 Uhr (BS) Dr. rer. nat. Johan de Winter, Freie
Universität Amsterdam, Institut für Humangenetik: "Die Klonierung eines
weiteren Fanconi-Anämie-Gens" (Mit dem Beitrag von Dr. de Winter werden
wir in Gersfeld so etwas wie eine "Welturaufführung" haben. Bis jetzt
wurde noch an keiner anderen Stelle offiziell über die dritte in
Amsterdam geglückte Entdeckung eines Fanconi-Anämie-Gens (nach FA-A und
FA-G) berichtet. Da die zur Publikation eingereichte Arbeit auch bis zum
6.11.99 noch nicht erschienen sein wird, bittet Dr. de Winter um
Verständnis, daß er in seinem Vortrag wahrscheinlich nicht über alle
wissenschaftlichen Details berichten kann.
17.30 Uhr Fußweg zurück
zur Jugendherberge
18.00 Uhr gemeinsames Abendessen 18.45 Uhr kurze
Pause, Zeit zum Frischmachen und Umziehen für die Feierstunde
19.00
Uhr Fußweg zum Bürgersaal
19.20 Uhr (BS) Dennis Plöger, Nico Paasch,
Manuel Deinert und Alexander Feuring: "Musikalische Einstimmung auf die
Feierstunde"
19.30 Uhr (BS) Prof. Dr. med. Holger Höhn, Institut für
Humangenetik, Universität Würzburg: "Offizielle Verleihung der
Ehrenauszeichungen der Deutschen Fanconi-Anämie-Hilfe für das Jahr 1999
an Dr. Martin Digweed, Dr. Hans Joenje und Dr. Johan de Winter"
20.45 Uhr (BS) "Lachen bis zum Abwinken" - kaum eine andere
Beschreibung würde ihm eher gerecht! "Schorsch" aus Karlsruhe als
liebenswürdiger Garant für einen stimmungsvollen Abend (bitte stecken
Sie ausreichend Taschentücher für Ihre Lachtränen ein !!!)
22.15 Uhr
Fußweg zurück zur Jugendherberge, anschließend gemütlicher Ausklang in
gemeinsamer Runde;
Sonntag, 07.11.1999
7.30 Uhr Gaststätte der
Stadthalle, Vorgezogenes Frühstück für die Teilnehmer des "Workshops"
8.00 Uhr (BS) Beginn des Fanconi-Anämie-Workshops für Ärzte und
Wissenschaftler: Themenvorschläge des Veranstalters: a) Gibt es Wege zur
Feststellung von FA-Mosaiken in nicht lymphozytären Zellinien des
Blutes; b) Profitieren FA-Patienten von Mosaiken hinsichtlich ihrer
Blutwerte? c) Sind FA-Mosaike mit nachfolgender Verbesserung der
Blutbildung ein Argument für größtmögliche Anstrengungen zur Entwicklung
einer FA-Gentherapie? (Die Teilnahme am Workshop ist für jederman
möglich. Es wird Deutsch gesprochen!); nach 10 Uhr in der Gaststätte:
"Die Klübchenecke": Wissenschaftler unter sich; Erfahrungsaustausch und
Pläne für Zusammenarbeit;
9.00 Uhr Frühstück in der Jugendherberge
für alle, die nicht am Workshop teilnehmen
10.15 Uhr (BS)
Mitgliederversammlung
11.30 Uhr (BS) OA Dr. med.
W. Ebell: "Neue Transplantationsansätze mit vermindertem Risiko bei
Fanconi-Anämie - erste konkrete Erfahrungen in Deutschland"
12.15 Uhr Diskussion, danach Rückweg zur Jugendherberge;
12.45
Uhr gemeinsames Mittagessen, als Nachtisch gibt es Kaffee und Kuchen;
13.45 Uhr Aufräumen, Packen, Abrechnen und Verabschiedung bis
nächstes Jahr.